Die Krahô
Die Stammesgemeinschaft der Krahô gehört zur indigenen Urbevölkerung Brasiliens und besteht heutzutage aus 28 Dörfern, welche alle in den Distrikten Itacajá und Goiatins im Staat Tocantins liegen.
Die Gesamtzahl der Stammesmitglieder beläuft sich heutzutage auf ca. 3’000 (Siasi (Sistema de Informação da Atenção à Saúde Indígena)/Sesai (Secretaria Especial de Saúde Indígena), 2014) nachdem diese auf ihrem Tiefststand um 1930 nur noch etwa 400 betrug. Als die Krahô anfang des 19. Jahrhundert mit den Siedlern in Kontakt traten, wurde die ursprüngliche Bevölkerung auf ungefähr 3’000-4’000 geschätzt. Diese reduzierte sich aber drastisch aufgrund von Krankheiten und Epidemien in den folgenden Jahrzenten und insbesondere Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwas mehr als 600 Mitglieder. Ungefähr seit den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts konnte der Trend des Bevölkerungschwundes sowohl der Krahô als auch der Gesamtheit der indigenen Bürgern landesweit in Brasilien gestoppt und umgekehrt werden.
Die Krahô gelten (zumindest was die Vergangenheit betrifft) als einer der wehrhaftesten Stämme unter allen Brasiliens. Dies konnte allerdings nicht verhindern, dass auch sie von den europäischen Siedlern und ihren Viehherden vertrieben wurden. Der erste Kontakt der Krahô mit europäischen Viehzüchtern anfang des 19. Jahrhunderts fand statt, als zweitere zwecks neuem Weideland immer weiter vom Staate Piauí in Richtung des Südens des Staates Maranhão vorstiessen. Als sich die Krahô dadurch bedrängt fühlten und ihrerseits eine Fazenda angriffen, eskalierte die Situation und 70 Mitglieder des Stammes wurden daraufhin durch eine Vergeltungsexpedition gefangen genommen und versklavt. Dies zeigte tatsächlich den gewünschten Effekt und die Krahô verhielten sich seither den Siedlern gegenüber friedlich. Im Gegenteil, sie unterstützten sogar die euorpäischen Grundbesitzer im Kampf und der Versklavung gegen die anderen umliegenden, indigenen Stämme. Dies dauerte so lange, bis die Grundbesitzer bemerkten, dass sich die Krahô ebenfalls an ihren Herden vergriffen.